Kriegs- und Nachkriegszeit bis zur Währungsreform
Kriegs und Nachkriegszeit bis zur Währungsreform Ausbruch und Verlauf des zweiten Weltkrieges beeinflußten das Leben im Dorfe in der gleichen Weise wie in anderen ländlichen Gemeinden des Heimatdienstes. In ständig wachsendem Umfange wurden die Männer zur Wehrmacht einberufen oder für andere Aufgaben dienstverpflichtet. Praktisch wurden die Höfe in den letzten beiden Kriegsjahren nahezu ausschließlich von Frauen, Altenteilern und Kriegsgefangenen, zunächst Polen und später auch Jugoslawen, bewirtschaftet. Ende 1944 häuften sich die Fliegeralarme durch Angriffe auf Braunschweig, das Lufttanklager Ehmen oder beim Überfliegen der Gebietsstreifen längs der Autobahn oder des Mittellandkanals.
Am 15.10.1944 wurde das Stallgebäude des Halbspännerhofes ass. Nr. 28 durch Brandbomben zerstört. Zahlreiche Bombentrichter in der Feldmark und Brandbombenfunde in Garten oder in der Umgebung des Dorfes waren auf Abwürfe in Verbindung mit Angriffen auf den nahe gelegenen Flughafen Waggum zurückzuführen. Daneben sorgten Tieffliegerangriffe für eine Beunruhigung der Bevölkerung.
Anfang April 1945 mußten alle halbwegs arbeitsfähigen Einwohner zumeist Frauen Sperrgräben ausheben und Panzersperren genannte Hindernisse errichten. Vernünftigerweise wurden alle diese Bauten aber rechtzeitig wieder beseitigt. Am 11. April marschierten amerikanische Panzertruppen überraschend von Osten kommend in Hondelage ein, und wenige Tage später wurde der Ort für mehrere Wochen Durchgangsstation für verschiedene kleinere amerikanische Truppeneinheiten. Die Soldaten wurden in einigen geräumten Häusern untergebracht. Nach dem Abzug der US-Amerikaner erhielt Hondelage Einquartierung englischer Truppen einer Panzerdivision (Wüstenratten), die zur Besetzung des britischen Sektors der Stadt Berlin bestimmt waren und sich im Raume Braunschweig sammelten. Während das Verhältnis zwischen Einheimischen, Besatzungstruppen und ehemaligen Kriegsgefangenen im Ort gut war, häuften sich Übergriffe, Feld- und Viehdiebstähle in der näheren Umgebung. Am 23. Oktober 1945 wurde der Bauer und Gastwirt Richard Hoppe (ass. Nr. 29) bei der Rückkehr von Waggum erschlagen und ausgeraubt. Trotz der allgemeinen Unsicherheit wurden die Erntearbeiten aber ordnungsgemäß durchgeführt.
Nach Abzug der englischen Truppen hatte sich im Orte eine Art Einwohnerwehr gebildet, die durch die Feuersirene alarmiert wurde. Allmählich normalisierte sich das dörfliche Leben; bereits am 24.10.1945 wurde der Maurer Theodor Pape zum Gemeindevorsteher bestellt und ein Gemeinderat ernannt. Im März und April 1946 trafen die ersten Flüchtlinge aus den Ostgebieten ein, und in den Monaten Juni und Juli folgte der große Strom der Heimatvertriebenen. Die Unterbringung war besonders schwierig, weil es im Dorf von wenigen Ausnahmen abgesehen nur Einfamilienhäuser gab. 1946 war das große Notjahr. Zu den Ernährungs- und Wohnungsschwierigkeiten traten das Schunterhochwasser, Verkehrs- beschränkungen und ein harter Winter. Die Schule mußte zeitweise geschlossen werden.
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