Das Kloster Riddagshausen als neuer Grundherr
Wie Dürre in den Regesten von Riddagshausen unter Bezugnahme auf Meibom: "Chronikon Riddagshusense" berichtet, besaß das Kloster Riddagshausen bereits im Jahre 1366 ein Gut in Hondelage, und nur kurze Zeit später, im Jahre 1384, war die eine Hälfte des Dorfes Honlage in den Pfandbesitz des Klosters gekommen. Etwa hundert Jahre später, 1483, verpfändete Lorenz von Honlage auch seine übrigen Güter in Hondelage und Hegerdorf dem Kloster gegen einen Betrag von 2400 "guten vielwichtigen" rheinischen Gulden. Sein Sohn Hans verzichtete dann im Jahre 1510 auf das zunächst vereinbarte Wiederkaufsrecht und zog nach dem Westen. In dem Copialbuch von Riddagshausen befinden sich die Abschriften einiger alter Urkunden, die für die Geschichte Hondelages von Interesse sind:
1.
Über den bereits erwähnten "Verkauf auf Wiederkauf" von Honlage und Hegerdorf durch Lorenz von Honlage mit einer Bestätigung der Herzöge Wilhelm und Friedrich von Braunschweig und Lüneburg aus dem Jahre 1483 (Urkunden Nr. 4 und 5).
2.
Über den Verkauf des Kirchenlehens an das Kloster durch Hans von Honlage mit einer Bestätigung durch Herzog Heinrich d. A. aus dem Jahre 1503 (Urkunde Nr. 6).
3.
Über den Verzicht des Hans von Honlage auf das 1483 vereinbarte Rückkaufsrecht aus dem Jahre 1510 (Urkunde Nr. 7).
4.
Über die Bestätigung dieses Verkaufs durch Herzog Heinrich d. Ä. 1510 (Urkunde Nr. 8).
5.
Über den Verkauf eines Sadelhofs (Sedelhofes) in Honlage durch Hans von Danne für 350 rheinische Gulden mit der Bestätigung durch Herzog Heinrich d. Ä. aus dem Jahre 1494 (Urkunde Nr. 9).
Herkunft und Bedeutung des Begriffs "Sedelhof" - später Sattelhof genannt werden nicht einheitlich erklärt. Nach Küchenthal (S. 185) war ein Sedelhof "entweder ein freier, im Eigentum eines Adligen stehender Hof mit einigen, meist wenigen Hufen, oder er war an Ritter, Knappen und auch an Ministeriale gelehnt, die ihn durch Gesinde bewirtschaften ließen und aufgrund der Lehnspflicht dem Lehnsherren den Roßdienst mit Pferden und Knechten und Rüstungen zu leisten hatten". Für Hondelage erscheint der Name von Danne in dieser Urkunde zum ersten Mal. Der Hof wird später nichl mehr erwähnt, er ist vermutlich spätestens bei der Bebauung der Burgstelle 1553 verschwunden. Die Ländereien sind möglicherweise dem Kirchengut zugeschlagen oder durch Vermeierung in die Hand der Reihehöfe gekommen.
Ein rheinischer Gulden = 60 Kreuzer = 180 Denare = 540 Heller war eine Silbermünze, die im 16. Jahrhundert für größere Zahlungen verwandt wurde, sie kann mit Münzen von heute nicht verglichen werden.
Riddagshausen, eine Gründung der Cisterzienser, war damit Nachfolger der Ritter von Honlage geworden. Die Cisterzienser, die einen besonderen Ruf als Kulturtechniker, besonders 'auf landwirtschaftlichem und wasserwirtschaftlichem Gebiete genossen, hatten den Einflußbereich und den Besitz des Klosters seit seiner Gründung im 12. Jahrhundert durch Kauf, Schenkung und Tausch systematisch vergrößert. Das Erbregister von 1605 nennt noch 90 Orte, in denen das Kloster Besitzrechte besaß. Dabei lag der Schwerpunkt mit den Dörfern Riddagshausen, Neuhof, Mascherode, Kl. Schöppenstedt, Gliesmarode, Querum und Hondelage als ein verhältnismäßig geschlossenes Gebiet in der Nachbarschaft des Klosters.
Diese Orte bildeten auch den Hauptteil des späteren Amtes Riddagshausen. Hondelage war der letzte Ort, den das Kloster in seinen Besitz brachte; aber bereits um die Mitte des 12. Jahrhunderts besaß es in der späteren Wüstung Harderode eine Hufe und hatte von dort aus auf der Hondelager Flur den Wald "Girsberg" und einige kleinere Waldungen und 1366 mit dem Bleek "Ziegenförde" auch Ackerland erworben (Gäbler, S. 23). Man machte damals der Kirche Zuwendungen "um des Seelenheils" willen. So schenkte der Ritter Johannes von Honlage im Jahre 1310 dem Kloster den halben Zehnten in Dorf und Flur Harderode und den halben Tegethof (Gäbler, S. 22). Seit dem Jahre 1510 war also das Kloster - von einigen Ausnahmen abgesehen - entweder einziger Grundherr oder wenigstens Teilgrundherr der meisten Reihehöfe in Hondelage.
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