Zwei Wappen derer zu Hondelage
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Die Chronik des Dorfes Hondelage
Die online-Ausgabe der 1975 gedruckten Fassung von Gerhard Bothe und Alfred W. Bertram.
Hondelage im 16. und 17. Jahrhundert

Andere Grundherren

Neben dem Kloster Riddagshausen traten für einzelne Höfe ganz oder zum Teil bzw. für einzelne Parzellen auch andere Grundherren auf. So gehörten die beiden Halbspännerhöfe, die später die ass. Nummern 10 und 33 bekamen, der Pfarre zu Honlage, die auch an einem Kothof, der späteren ass. Nr. 21, beteiligt war.

Eine besondere Erwähnung verdienen die Herren Kalm, später von Kalm, ein Patriziergeschlecht aus der Stadt Braunschweig, das in zahlreichen Orten des Landes begütert war. In den "Quellen zur Genealogie der braunschweigischen Familie von Kalm" wird berichtet, daß die Herren von Bertensleve im Jahre 1441 Hennig 1. von Kalm zu Lehen gegeben bzw. verkauft haben: Einmal: "Myne dre holte, de ick hebbe up dem Honlage velde." Dabei handelt es sich, wie im Lehnsbuch selbst 1461 ausgeführt ist, um die Plene, den Sundern und das Rohrbruch, d.h. um Ländereien, deren Flurnamen noch bekannt sind. Ferner "Myn Vorwerk to Honlege unde myrie vischweyde unde eyn Kothoff (Lehen)" sowie schließlich zu "Kauf auf Wiederkauf" (Verpfandung) "dre Kothove to Honlege". Im Leenregistrum selbst ist auf Blatt XXV die Lage der drei Höfe angegeben. Einer, der Distelhof, lag "bi der Domstrate", und war deshalb sicherlich der spätere Kothof ass. Nr. 3. Die Lage der beiden anderen wird mit "bi dem opperhuse" bzw. "uppe di andere Site am opperhuse" (der späteren Schule) bezeichnet, so daß es sich vermutlich um den späteren Ackerhof ass. Nr. 25 und den späteren Kothof ass. Nr. 8 handelte. Alle 3 Höfe waren Kalm'sche Melerhöfe bis zur Ablösung. Die Belehnungen, die wiederholt erneuert wurden, wurden 1571 von Herzog Julius bestätigt. In den von Kalm'schen Urkunden des Niedersächsischen Staatsarchivs in Wolfenbüttel (114 Urk) werden ebenfalls diese drei Kothöfe angeführt und ihre Lage, wie im Lehnsbuch vermerkt, beschrieben (Urk. 260).

Das im Lehnsbuch erwähnte Vorwerk wird jedoch später regelmäßig als "Bauhof" bezeichnet (Urk. 294, 298, 302, 302a, 302b). Der Name des Meiers wird dabei für mehrere Generationen, und zwar bis zum Jahre 1730 mit Ulenhodt oder Ulenhut angegeben. Die Uhlenhauts saßen aber bis zum Erlöschen im Mannesstamm im Jahre 1892 auf dem Ackerhof ass. Nr. 25. Möglicherweise wurden deshalb der Bauhof und einer der beiden bei dem Opferhause gelegenen Kothöfe später zusammengelegt. In der gleichen Weise wird auch der vierte Kothof, der 1441 verkauft wurde, mit einem oder mehreren der von Kalm'schen Meierhöfe in Hondelage vereinigt sein. Der 1441 mit verkaufte Distelhof ist der mit Abstand größte Kothof des Dorfes. es ist deshalb nicht unwahrscheinlich, daß er aus zwei alten Kalm'schen Höfen entstanden ist. Die Bauhöfe waren nach Küchenthal (S. 143) ursprünglich die Höfe des Adels. Später wurden jedoch auch Meierhöfe als Bauhöfe bezeichnet. Dabei wurde nach Ackerleuten und Halbspännern unterschieden. In jedem Fall hatten die "Baumänner" im Gegensatz zu den Kotsassen den Dienst mit Pferden und Wagen zu leisten.

Da landwirtschaftliche Betriebe offenbar eine gute Kapitalanlage waren, wurden häufig neben Höfen einzelne Hufe oder Parzellen von begüterten Bürgern der Stadt Braunschweig gekauft oder der Zehnte" von bestimmten Ländereien erworben. In Hondelage traten als Eigentümer und damit Grundherren einzelner Landstücke nach dem Erbregister von 1605 auf: die braunschweigischen Familien Elers, Walbke, Horenburg, Wittekop und Ohmann, dazu das Kloster St. Aegidien. Da der verstreute Besitz im allgemeinen nicht selbst bewirtschaftet werden konnte, wurde er einzelnen oder mehreren Bauern zu Lehen gegeben.



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