Zwei Wappen derer zu Hondelage
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Die Chronik des Dorfes Hondelage
Die online-Ausgabe der 1975 gedruckten Fassung von Gerhard Bothe und Alfred W. Bertram.
Hondelage im späten Mittelalter

Der Hurenberg

In unmittelbarer Nähe der bereits erwähnten Wüstung Meuerode befindet sich - seit Jahrhunderten als Haurenberg oder Hurenberg bekannt - auf einer sumpfigen, leicht ansteigenden Wiese eine alte, geheimnisumwitterte Anlage, über deren Ursprung und Verwendungszweck nichts bekannt ist. In den ältesten Flurkarten von Hondelage aus den Jahren 1732 und 1737 ist der Hurenberg angeführt, und zwar nicht als Flurname, sondern als Bezeichnung einer bestimmten Stätte am Ostrand der Mönchepiene zwischen Opperholt und dem gr. Mastbruch. In der Flurkarte von 1756 fehlt der Hurenberg, in einer 1786 angefertigten Kopie dieser Karte ist er aber nachträglich eingezeichnet, und zwar so groß, daß sich sogar Form und Gestalt der Anlage erkennen lassen. Sie zeigt ein unregelmäßiges Viereck mit stark abgerundeten Ecken. Schließlich existiert in den Käufer'schen Kollektoneen des Stadtarchivs Braunschweig, die aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen, eine Skizze des Hurenbergs, der damals allerdings bereits abgeflacht und in seinem Nordteil eingeebnet war (Abb.).

Heute sind noch zwei Erderhöhungen in einer Entfernung von etwa 20 m vorhanden, die offenbar die Reste des Walles an der West- und Ostseite darstellen. Nach diesen Unterlagen war der Hurenberg sicherlich kein Berg, sondern ein - vermutlich künstlich aufgeschütteter -Hügel, der nach Form und Anlage der Hünenburg bei Bevenrode ähnelt, über die ebenfalls nichts überliefert ist. Im Volksmund ist der Hurenberg, wie alte Dorfbewohner versichern, früher gelegentlich als Heunebarg oder Hünenberg bezeichnet. Unter Umständen ist die Stätte deshalb identisch mit dem in der Inventarisation von 1878 erwähnten "Hünengrab", nach Hahne (S. 46) nicht etwa eine vorgeschichtliche Grabstätte, sondern eine künstliche Erhöhung mit einem Holzturm, die von Doppelgräben umzogen war und nach Scherbenfunden dem 9. bis 10. Jahrhundert angehörte. Name und Erinnerung an ein Hünengrab sind heute in der Bevölkerung nicht mehr vorhanden.

Die Deutung, die der Volksmund der Bezeichnung Hurenberg gibt, ist in das Reich der Fabeln zu verweisen. Die "Inventarisation", deren Unterlagen immerhin vor etwa 100 Jahren zusammengestellt wurden, berichtet lediglich: "Auf der Stätte Mönneckenpiene sollen Mönche gewohnt haben, daselbst wird Schutt und Mauerwerk gefunden. Auf den Stätten Haurenberg und Opperholt wird Schutt und Mauerwerk gefunden, auf dem Haurenberg auch Ziegel gefunden." Ob der Hurenberg mit der von Hahne in seinen Flurnamen (S. 48) erwähnten "Horenburg" oder "Hurenburg", die allerdings an der alten braunschweigisch-hannoverschen Grenze gelegen haben soll, identisch ist, bedarf noch einer näheren Untersuchung. Krone nennt in seiner "Vorgeschichte des Landes Braunschweig" den Haurenberg als Fundstätte für Beile und einen Henkelkrug. Hoffentlich wird eine vorgesehene Grabung nähere Aufschlüsse geben.

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