Erste urkundliche Erwähnung
Hondelage wird zum ersten Mal in einem lateinisch geschriebenen Brief des Papstes Alexander III. vom 8. Juli 1179 erwähnt. In dieser Urkunde, in der die Güter, Einkünfte und Freiheiten des Aegidienklosters zu Braunschweig aufgezeichnet sind, werden auch die "area, agri, silva et pascua", d.h. Hofstellen, Acker, Wald und Weide von "Honloge", genannt. Näheres über den Ort erfahren wir dabei nicht. Wir wissen aber, daß etwa um das Jahr 1000 mehrere Grenzbefestigungen gegen die Slaven bestanden haben, darunter auch eine Kette kleiner Burgen, zumeist Wasserburgen mit Burgwällen, den sog. Bar- und Bollwällen, entlang der Schunter und Oker, von Süpplingenburg über Gr. Steinum, Glentorf, Beienrode, Campen, Wendhausen, Hondelage, Dibbesdorf (Borwall), Querum usf. bis zur Mündung der Oker in die Aller.
In dieser Zeit saß vermutlich ein sächsischer Ritter, dessen Namen wir nicht kennen, auf einem Herrensitz am rechten Schunterufer, dem heutigen Lindenberg. Der kleine befestigte Platz, wahrscheinlich ein Fachwerkbau mit einem massiven Turm, war sicherlich mit Wall und Graben versehen. Für die Lage der Burg auf dem Lindenberg gibt es keine festen Anhaltspunkte, denn nach der Aufgabe durch die Herren von Honlage wurden die vorhandenen Mauern von der Bevölkerung wahrscheinlich als willkommener Steinbruch benutzt. Lange Zeit vermutete man sie auf dem höchsten Punkte, dort, wo heute das Wohnhaus ass. Nr. 24 steht, und tatsächlich ist man etwa zwischen diesem Gebäude und der Kirche bei Erdarbeiten auf Mauerreste und eine alte Feuerstelle gestoßen.
Es dürfte aber nicht auszuschließen sein, daß ein altes, massives Kellergewölbe unter einem Teil der zu dem Hof ass. Nr. 25 gehörigen Scheune als unteres Geschoß des Burgturmes oder des Wohnhauses anzusehen ist. Dafür spricht auch die Lage am Lindenberg in der Nähe der Kirche. Möglicherweise handelt es sich dabei um einen Teil des Wirtschaftshofs der Burg, dessen Vorhandensein und Lage bisher nicht einwandfrei nachgewiesen sind. Es dürfte jedoch nicht auszuschließen sein, daß es sich bei dem in einer Urkunde aus dem Jahre 1494 genannten Sedelhof (Sattelhof) ursprünglich einmal um den Wirtschaftshof der Burg Honlage gehandelt hat.
Der Verlauf des Grabens läßt sich durch den heute noch vorhandenen nassen Landstreifen erkennen, der am Rande des alten Dorfes westlich vom Lindenberg und parallel zur Lindenstraße verläuft und die Dammstraße etwa bei der heutigen Bushaltestelle kreuzt. Der Lindenberg war die Gerichtsstätte des Ortes. Im Schutze der kleinen Burg hatten sich dann Bauern - die ersten Einwohner von Hondelage oder Honlage, wie man es damals schrieb angesiedelt.
Über die Lage dieser Bauern wissen wir wenig. Aus der Urkunde des Papstes Alexander ist aber zu ersehen, daß die Leute auf den Klosterhöfen Leibeigene, Hörige, waren. Hondelage wird dabei sicherlich keine Ausnahme gewesen sein.
oben