Zwei Wappen derer zu Hondelage
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Die Chronik des Dorfes Hondelage
Die online-Ausgabe der 1975 gedruckten Fassung von Gerhard Bothe und Alfred W. Bertram.
Hondelage im späten Mittelalter

Die Herren von Honlage

Für die Zeit von 1226-1510 können die Herren von Honlage als Besitzer der Burg auf dem Lindenberg nachgewiesen werden. Über die Herkunft dieses Geschlechtes ist wenig bekannt. In den Hassel'schen Kollektaneen wird unter Bezugnahme auf Abel: "Deutsche und Sächsische Altertümer" gesagt, daß es "ein adeliches Geschlecht" gewesen sei, dessen Stammhaus bei Braunschweig gelegen habe. Im 12. Jahrhundert habe es die Burg Weferlingen von den fränkischen Kaisern zu Lehen erhalten; es habe sich deshalb zunächst "von Weferlingen" genannt. Vor einiger Zeit wandte sich der Vertreter eines Seitenzweiges der alten Familie an die Gemeinde mit der Bitte, ihm Unterlagen über Burg und Geschichte des Ortes zu überlassen. Er berichtete dabei, daß die späteren Herren von Honlage ursprünglich aus Holland gekommen wären und sich als "Holling de Uthlede" im 11. Jahrhundert in der Gegend von Bremen angesiedelt hätten. Ein Angehöriger der Familie, der zunächst Kanzler bei Heinrich dem Löwen gewesen sei, wäre später als Hartwich 11. Erzbischof von Bremen geworden; ein anderer Zweig der Hollings habe sich in Westfalen niedergelassen, wo noch heute Nachkommen unter dem alten Namen lebten, und ein weiteres Mitglied der Familie sei mit dem Herzog nach Braunschweig gegangen und bereits im Jahre 1178 mit der Burg Honlage belehnt worden.

Leider konnten die Angaben bisher nicht durch Urkunden oder andere für eine Beurteilung geeignete Unterlagen belegt werden. Es dürfte aber interessant sein, daß bei der Aufgabe der Burg durch den Ritter Hans von Honlage erwähnt wird, ein Zweig seiner Familie sei noch im Münsterland ansässig. Einem interessierten Heimatforscher bietet sich deshalb noch ein weites Feld der Betätigung. Gleichgültig, woher das Rittergeschlecht gekommen ist und welchen Verdiensten oder Verbindungen es seine Belehnung mit der Burg Honlage verdankte, es steht fest, daß es im 13., 14. und 15. Jahrhundert eine bedeutsame und einflußreiche Rolle gespielt hat. Unter den " Ratsherren der Hansestadt Braunschweig von 1231 bis 1671 " finden wir elfmal Angehörige der Familien van Hollege, von Honlage, von Hollinge oder van Halle (Spiess, S. 111). Andere waren im kirchlichen oder geistlichen Bereich als Kustos, als Canonicus, als Propst, als Dechant oder als Pfarrer in mehreren Stiften und Kirchen der Stadt Braunschweig tätig.

Im Jahre 1340 wird Jan von Honlage als Komtur des Deutschen Ritterordens erwähnt (Dürre, S. 533). Schließlich werden Herren von Honlage, Hollege, Hollinge oder Hollage im "Urkundenbuch zur Geschichte der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg und ihrer Lande" etwa 190mal namentlich genannt. Dabei handelte es sich einmal um Grundstücksgeschäfte (Kauf, Verkauf, Tausch oder Verpfändung von Schlössern, Höfen und Ländereien) und weiter um Geldangelegenheiten der verschiedensten Art. In dem größten Teil der Urkunden werden sie aber lediglich als Zeugen erwähnt. Als Ministerale der Herzöge besaßen die Herren von Honlage im 13. Jahrhundert als Stadtwohnung den sog. Stephanshof am südlichen Ende des Bohlwegs, d.h. auf der Fläche des späteren Schloßplatzes. Ludolf von Honlage gab den Hof im Jahre 1279 seinem Lehnsherren, dem Herzog Albrecht d. G. mit der Bitte zurück, ihn dem Deutschen Ritterorden, den "Gottesrittern", zu überlassen.

Durch bedeutende Schenkungen, die sicherlich zu dem späteren Vermögensverfall beigetragen haben, hatten die Herren von Honlage, dem damaligen Brauch entsprechend, sich wiederholt Grabstätten im Kloster Riddagshausen gesichert. Meibom nennt in seiner Chronicon Riddagshusense 1338 Bertoldus de Honlage und dessen Söhne 1341 Ludolf und Johannes sowie 1347 Gebhard. Von diesen Stätten ist jedoch infolge der wiederholten Zerstörung des Klosters im 16. Jahrhundert nichts erhalten geblieben. Auch das Franziskanerkloster erhielt 1401 ein Waldstück, das sog. Heidbleek, zum Geschenk, um Seelenmessen für die Familie von Honlage zu lesen. Außerdem war der Cyriacus-Altar im St. Blasiusstift, dem heutigen Dom, eine Stiftung des Ludolf von Honlage aus dem Jahre 1349 (Dürre, S. 388).

Auf der anderen Seite weiß Meibom aber zu berichten, daß Friedrich von Honlage (gest. 1439) und sein Sohn Lorenz ihre Güter in Weferlingen "durch Raub" verloren haben (Ldsch. Büch. 1225 Nr. 39).

Im Braunschweiger Wappenbuch gibt es drei Wappen derer von Honlage, die vermutlich verschiedenen Zweigen der Familie verliehen wurden (Abb.). Auch das Shigt-Bok" der Stadt Braunschweig führt in seinem Wappenbuch die von Honlage unter den ritterschaftlichen Familien auf. Das erste Wappen zeigt drei silberne Stäbe auf einem blauen Schild und wird 1367 zum ersten Male erwähnt. In dem zweiten finden wir zwei gekreuzte Hellebarden mit einem silbernen Stern auf einem roten Schild. Die dritte Ausführung stellt ein Siegel des Ratsschreibers von Holleghe - offenbar dem Angehörigen einer Seitenlinie-aus dem Jahre 1412 dar.

Nach dem Verkauf seiner Güter Verließ Hans von Honlage als letzter seines Geschlechtes im Jahre 1510 die Burg seiner Väter und zog nach dem Westen, wo angeblich Angehörige seiner Familie im Münsterland lebten. Der Volksmund, der Flurnamen gern mit historischen Begebenheiten verbindet, weiß zu berichten, daß der Ritter auf der höchsten Stelle des Weges nach Braunschweig seinen Sohn aufgefordert habe, sich 'noch einmal nach seinem heimatlichen Dorf umzuschauen. Der Platz hätte seitdem die Bezeichnung "Südekum" erhalten.

Die Aera der Herren von Honlage, über deren Wirken im Dorf kaum etwas bekannt ist, war damit beendet. Der Ort selbst gehörte, wie Kleinau unter Bezugnahme auf die Gedenkbücher (B 1, 2 Bd. 2) und Marstallbücher (B 1 10 Nr. 3) des alten Ratsarchivs Braunschweig ausführt, bis zu dieser Zeit zum Gericht Campen.

Seit der Wende des 15. zum 16. Jahrhundert und damit seit Beginn der Neuzeit war das Kloster Riddagshausen Grundherr in Hondelage. Zugleich war das Klostergericht für das Dorf zuständig.

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