Zwei Wappen derer zu Hondelage
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Die Chronik des Dorfes Hondelage
Die online-Ausgabe der 1975 gedruckten Fassung von Gerhard Bothe und Alfred W. Bertram.
Vorwort

Vorwort

Die Chronik eines Dorfes, das bis zum Ende des zweiten Weltkrieges noch eine überwiegend bäuerliche Bevölkerung besaß und - von einigen wenigen Handwerkern und Pendlern abgesehen - in seiner Gesamtheit mit der Landwirtschaft eng verbunden war, ist die Geschichte seiner Höfe. Solange es Aufzeichnungen über das Dorf, seine Bewohner und seine Feldmark gibt, also etwa seit dem Ende des 16. Jahrhunderts, wird das Geschick Hondelages weitgehend durch die 30 Reihehöfe bestimmt. Zu diesen Meiergütern traten etwa zwei Jahrhunderte später die Anbauer, die ursprünglich auf Pachtland saßen, ihre Anwesen zum Teil aber nach der Bauernbefreiung zu beachtlichen landwirtschaftlichen Betrieben ausgestattet haben.

Bei der sprunghaften Entwicklung von Wissenschaft und Technik und bei der ständig wachsenden Dynamik von Wirtschaft und Gesellschaft findet man heute kaum noch Zeit und Möglichkeit, sich mit Dingen zu beschäftigen, die außerhalb von Beruf und Tagesgeschehen liegen. Das gilt auch für Fragen der Landeskunde und der Geschichte der engeren Heimat. In den letzten Jahren ist die Einwohnerzahl von Hondelage, die nach der Volkszählung von 1933 noch 493 Personen in 100 Wohnhäusern umfaßte, auf etwa 4000 Menschen angestiegen, und mit einer weiteren Vergrößerung des jetzigen Ortsteiles der Stadt Braunschweig kann gerechnet werden.

Es wird sicherlich nicht nur für die alteingesessene Bevölkerung, sondern auch für die Neubürger von Interesse sein, Näheres über die Vergangenheit Hondelages zu erfahren, das vor fast 800 Jahren zum ersten Mal in einer päpstlichen Bulle erwähnt ist. In der vorliegenden Chronik, die auf einen Beschluß des letzten Gemeinderates des noch selbständigen Dorfes vom Februar 1974 zurückgeht, ist der Versuch gemacht, die Entwicklung Hondelages während dieses langen Zeitabschnittes im Rahmen der Landesgeschichte und der jeweiligen Situation des Bauerntums im norddeutschen Raum darzustellen. Dabei wurde auf eine enge wissenschaftliche Behandlung des Stoffes verzichtet und das "Werden und Wirken" des Dorfes und seiner Bevölkerung in acht Jahrhunderten in leicht verständlicher Form geschildert.

Als Material für die Chronik sind überwiegend handschriftliche Quellen, wie Erlasse, Verträge, Beschreibungen, Steuer- und Einwohnerlisten und andere ungedruckte Schriften benutzt. Auf gedruckte Veröffentlichungen wurde nur insoweit zurückgegriffen, als es sich um die Behandlung großer, für die Arbeit bedeutsamer Fragenkomplexe oder um die Einfügung der Entwicklung Hondelages in die jeweilige Zeitgeschichte des Landes Braunschweig handelte. Für die Möglichkeit, das Niedersächsische Staatsarchiv in Wolfenbüttel, das Stadtarchiv Braunschweig, das Landeskirchliche Archiv in Braunschweig und das Aktenmaterial der Gemeinde und der Pfarre Hondelage benutzen zu können, sowie für die wertvolle Hilfe bei der Auswahl und Auswertung des historischen Materials darf ich Leitern und Mitarbeitern der Archive meinen herzlichen Dank sagen.

Den gleichen Dank schulde ich dem Braunschweigischen Landesmuseum für Geschichte und Volkstum in Braunschweig und Wolfenbüttel sowie dem Städtischen Museum in Braunschweig für die Überlassung von Bildmaterial. Die kurzen Ausführungen über den Zusammenbruch nach dem zweiten Weltkrieg und die Besatzungszeit stutzen sich auf Augenzeugenberichte älterer Einwohner. Die Unterlagen für den Abschnitt "Das neue Hondelage" nach der Währungsreform im Jahre 1948 wurden von dem letzten Gemeindedirektor Herrn Rudolf Bumcke, zusammengestellt. Die graphischen Darstellungen zeichnete Herr cand. ing. Michael Krech. Für die Hilfe beim Korrekturlesen habe ich meinem Vorgänger im Amt des Ortsheimatpflegers, Herrn Hauptlehrer i. R. Paul Gwiasda, zu danken.

Hondelage, im Januar 1975
Dr. Gerhard Bothe, Ortsheimatpfleger



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